Dermatologie
Die Dermatologie, Venerologie und Allergologie befassen sich mit Haut-, Geschlechts- und allergischen Erkrankungen.
Dermatologische Erkrankungen
Akne ist eine der häufigsten dermatologischen Erkrankungen und betrifft vor allem Jugendliche, zunehmend aber auch Erwachsene. Für die Praxis ist eine strukturierte Abklärung entscheidend, um frühzeitig eine adäquate Therapie einzuleiten und Folgeschäden wie Narbenbildung zu vermeiden.
Die Allergen-Immuntherapie (AIT), auch spezifische Immuntherapie oder Hyposensibilisierung genannt, wird bei den sogenannten Allergien vom Soforttyp angewandt. Allergien vom Soforttyp oder auch Typ-I-Allergien oder IgE-vermittelte Allergien bezeichnet, sind die häufigste Form von Allergien. Die Auslöser sind vielfältig, wie Pollen, Haustaubmilben, Tierhaare, und Medikamente.
Intro on the front page: Allergien sind krankmachende, spezifisch immunologisch vermittelte und gegen Fremdsubstanzen gerichtete Überempfindlichkeitsreaktionen des Körpers. Ihre Abklärung beginnt mit einer ausführlichen Anamnese und wird durch Hauttests (wie Pricktest, Epikutantest) und/oder besondere Bluttests ergänzt, um Auslöser zu identifizieren.
Die atopische Dermatitis (Neurodermitis) ist in der Regel eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die vor allem im Kindesalter beginnt und in Schüben verläuft, aber auch Erwachsene betreffen kann. Sie beruht auf einer gestörten Hautbarriere und einer fehlgeleiteten Immunantwort. Die atopische Dermatitis hat häufig eine genetische Veranlagung (atopische Diathese) und tritt häufig zusammen mit anderen Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma auf. Eine frühzeitige Diagnose, eine individuell angepasste Therapie sowie eine korrekte Patientenschulung sind entscheidend, um die Symptome und klinische Zeichen zu lindern und Rückfälle zu verhindern.
Aktinische Keratosen, Feldkanzerisierung und Morbus Bowen. Aktinische Keratosen sind weit verbreitete Hautveränderungen, die durch eine langjährige Schädigung der Haut infolge UV-Strahlung entstehen – meist durch intensive oder wiederholte Sonnenexposition. Besonders gefährdet sind Personen mit heller Haut sowie Menschen, die berufsbedingt viel im Freien arbeiten, etwa in der Landwirtschaft oder im Gartenbau.
Basalzellkarzinom Das Basalzellkarzinom ist die häufigste Form von Hautkrebs und entsteht meist durch langjährige UV-Schädigung. Es wächst langsam und bildet in der Regel keine Metastasen, kann jedoch das umliegende Gewebe zerstören – daher ist eine frühzeitige Behandlung wichtig.
Das chronische Handekzem ist ein primär an den Händen lokalisiertes Ekzem, das länger als drei Monate anhält oder mindestens zweimal im Jahr auftritt. Es treten Juckreiz, Rötung, Schuppung, Verdickung mit manchmal Bläschenbildung und schmerzhaften Rissen (Rhagaden) auf; dies kann multifaktoriell durch Reizstoffe, verschiedene Allergene oder eine atopische Veranlagung bedingt sein.
Dellwarzen sind gutartige, durch Poxviren verursachte Hautläsionen, die im Kindesalter sehr häufig auftreten. In der Praxis besteht das Ziel in der Regel darin, Eltern zu beruhigen, eine Verbreitung zu verhindern und – wenn nötig – eine gezielte Behandlung durchzuführen, um Juckreiz, Entzündung und familiäre Übertragung zu reduzieren.
Basalzell- und spinozelluläre Karzinome gehören zu den häufigsten malignen Hauttumoren in der Schweiz und weltweit. Besonders bei Läsionen in funktionell oder ästhetisch sensiblen Regionen ist eine maximal gewebeschonende, aber onkologisch sichere Exzision entscheidend. Hier bietet die mikrographisch kontrollierte Chirurgie nach Mohs mit intraoperativem Schnellschnittverfahren die höchste Präzision und Heilungsrate, bei geringeren Rezidiven. Die mikrographisch kontrollierte Chirurgie ist besonders wichtig und indiziert für empfindliche Bereiche wie das Gesicht, damit nur das unbedingt notwendige Gewebe entfernt wird. Dadurch können Narben minimiert, die Funktion erhalten und die kosmetischen Ergebnisse signifikant verbessert werden.
Exantheme sind akut oder subakut auftretende, meist generalisierte Hautveränderungen, die mit systemischen Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Schwellung der Lymphknoten einhergehen können. Als Ursache kommen virale oder bakterielle Infektionen, Nahrungsmittel oder auch Medikamente in Betracht. Exantheme können sämtliche Effloreszenzen (z.B. urtikariell, bullös, makulös, papulös, pustulös) umfassen. Zu den häufigen virusassoziierten Exanthemen gehört die Pityriasis rosea.
Erythrasma ist eine häufige Hauterkrankung, die die Hautfalten unter den Armen, in der Leiste und zwischen den Zehen betrifft. Die für Erythrasma verantwortlichen Bakterien sind grampositive, nicht sporenbildende, aerobe oder fakultative Bazillen namens Corynebacterium minutissimum. Erythrasma kann mit anderen Ursachen von Intertrigo (Infektion der Hautfalten) koexistieren oder mit diesen verwechselt werden, einschliesslich Pilzinfektionen wie Tinea (Infektion durch Dermatophyten) oder Candida albicans (Soor).
Die Erythroplasie de Queyrat ist eine seltene, aber ernstzunehmende Hautveränderung im Intimbereich – meist an der Eichel oder inneren Vorhaut. Es handelt sich um eine Frühform eines Plattenepithelkarzinoms (in-situ-Karzinom), also um eine oberflächliche Form von Hautkrebs, die unbehandelt invasiv werden kann.
Genitale Kondylome, auch Feigwarzen genannt, sind gutartige, aber ansteckende Haut- und Schleimhautveränderungen, die durch bestimmte Typen des humanen Papillomavirus (HPV) verursacht werden. Sie erscheinen häufig im Bereich der äußeren Geschlechtsorgane, am After oder in der Leistengegend. Die Hautveränderungen können einzeln oder in Gruppen auftreten und wirken blumenkohlartig oder flach. Bei Frauen treten die Warzen vor allem um den Scheideneingang auf, bei Männern besonders zwischen Eichel und Penisschaft sowie im Bereich der Peniswurzel. Eine Ansteckung erfolgt in der Regel durch direkten Haut- oder Schleimhautkontakt, meist beim Geschlechtsverkehr. Die Inkubationszeit ist sehr unterschiedlich. Wer Feigwarzen bemerkt, kann sich also schon vor längerer Zeit (bis Jahre) infiziert haben. Viele Infektionen verlaufen symptomlos, doch sichtbare Kondylome können sich ohne Behandlung ausbreiten oder wiederkehren.
Haarerkrankungen sind sehr vielfältig. Sie können zu Haarausfall, Haarverlust, und Kopfhautprobleme (Juckreiz, Schuppen, Schuppen, oder Rötungen) verursachen. Die Ursachen können vielfaltig sein: von genetischen Faktoren, Stress, hormonellen Schwankungen, bis hin zu Autoimmunerkrankungen, Infektionen und äusseren Einflüssen wie Haarstyling reichen.
Das infantile Hämangiom (auch als Blutschwämmchen oder Erdbeerfleck bezeichnet) istein gutartiger Gefässtumor des Säuglingsalters mit schneller Wachstumsphase in den ersten Lebensmonaten und langsamer Rückbildung im Verlauf.
Obwohl sich viele Formen in der Regel von selbst vollständig zurückbilden, gibt es Ausnahmen, bei denen die Lage (z. B. Nähe zu Augen, Nase/Mund oder im Windelbereich) zu Komplikationen führen kann, die man vorbeugen sollte. Das Risiko von Blutungen, Geschwürbildung oder Schmerzen sollte auch berücksichtigt werden.
Ziel ist es, eine korrekte Diagnose zu stellen, die Abgrenzung gegenüber anderen vaskulären Missbildungen oder Tumoren vorzunehmen, Risikoläsionen frühzeitig zu erkennen und eine geeignete medikamentöse Behandlung einzuleiten.
Intertrigo beschreibt einen Ausschlag in den Hautfalten, beispielsweise hinter den Ohren, in den Nackenfalten, unter den Armen, unter einem hervorstehenden Bauch, in der Leistengegend, zwischen dem Gesäss, in den Fingerhäuten oder in den Zehenzwischenräumen. Obwohl Intertrigo nur eine Hautfalte betreffen kann, betrifft sie häufig mehrere Stellen. Intertrigo ist ein Zeichen einer Entzündung oder Infektion im betroffenen Bereich. Daher handelt es sich bei Intertrigo nicht um eine Krankheit, sondern meist um das Auftreten verschiedener Arten von Hauterkrankungen (Infektionen, entzündliche Erkrankungen, mechanische Reizungen) in Hautfalten.
Impetigo ist eine häufige und hoch ansteckende Hautinfektion, die vor allem Säuglinge und Kleinkinder betrifft. Die Ursache für Impetigo sind Bakterien, meist Staphylokokken, die durch leichte Abschürfungen in die Haut gelangen. Daher ist atopische Dermatitis eine häufig assoziierte Hauterkrankung. Sie könnten den Bakterien ausgesetzt sein, die Impetigo verursachen, wenn Sie mit den Wunden einer infizierten Person oder mit Gegenständen in Kontakt kommen, die sie berührt hat – wie Kleidung, Bettwäsche, Handtücher und sogar Spielzeug.
Ein plötzlicher Hautausschlag im Kindesalter, auch Exanthem genannt, ist meist viral bedingt, verläuft in der Regel selbstlimitierend und verschwindet innerhalb weniger Tage. Kinderexantheme erfordern meist lediglich supportive Massnahmen. Ziel ist eine korrekte Diagnose, der Ausschluss anderer Ursachen (wie Allergien, Medikamente oder andere Hauterkrankungen), eine symptomatische Therapie und eine gezielte Beratung der Familien.
Ein angeborenes Muttermal (medizinisch: „kongenitaler Nävus“) ist ein Hautfleck, der bereits bei der Geburt vorhanden ist oder sich kurz danach zeigt. Solche Muttermale kommen bei etwa 1 bis 2 von 100 Neugeborenen vor. Sie treten häufig am Rumpf sowie an Armen und Beinen auf, können jedoch grundsätzlich an jeder Körperstelle vorkommen.
In den meisten Fällen sind sie harmlos. Besonders grosse oder atypische Muttermale sollten jedoch medizinisch überwacht beziehungsweise abgeklärt werden, um mögliche Komplikationen oder – in seltenen Fällen – einen damit verbundenen Symptomkomplex (Syndrom) frühzeitig zu erkennen.
Ein kutanes Lymphom ist eine Krebsart, bei der sich entartete Lymphozyten (weisse Blutkörperchen des Immunsystems) primär in der Haut vermehren. Dies führt zu Flecken, verdickter Haut, Knötchen oder Tumoren. Kutane Lymphome beginnen oft schleichend und verlaufen in der Regel langsam. Die endgültige Diagnose basiert auf der Kombination aus Klinik sowie histologischen und molekulargenetischen Ergebnissen.
Lichtdermatosen sind besondere Erkrankungen der Haut, die durch ultraviolette oder sichtbare Sonnenstrahlung ausgelöst oder verschlimmert werden. Das Spektrum der Lichtdermatosen ist vielfältig: von akuten (und leider zu häufigen) Sonnenbränden bis zu speziellen Formen der Sonnenallergien (polymorphe Lichtdermatose) sowie seltenen Krankheitsbildern wie Porphyrien, die schwere Lichtempfindlichkeiten verursachen können.
Die Lichttherapie ist eine bewährte Behandlung chronischer Hauterkrankungen wie Psoriasis, atopische Dermatitis sowie Vitiligo. Sie nutzt die entzündungshemmende und antiproliferative Wirkung von UV-Licht, um Hautzellen zu regulieren und die Regeneration zu fördern. UVA, UVB und PUVA werden je nach Erkrankung und Schweregrad individuell eingesetzt.
Das Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist eine potenziell aggressive Krebsart, die sich aus den pigmentbildenden Zellen der Haut (Melanozyten) entwickelt und manchmal schnell wachsen sowie metastasieren kann. Dieser Hautkrebs zählt zu einer der gefährlichsten Formen von Hautkrebs.
Die meisten Muttermale sind harmlos. Trotzdem kann sich in seltenen Fällen Hautkrebs – besonders ein Melanom – daraus entwickeln. Deshalb ist es wichtig, gewisse Muttermale regelmässig überprüfen zu lassen, besonders solche mit Risikofaktoren (viele Hautveränderungen, helle Haut, familiäre Vorbelastung), um Hautkrebs wie Melanome frühzeitig zu erkennen.
Das Fotofinder-System ist ein digitales Hautanalyse-System, das Dermatologen hilft, benigne von bösartigen Hautveränderungen besser zu unterscheiden und präziser zu diagnostizieren.
Onychomykose (Nagelpilzinfektion)Die Onychomykose ist eine Pilzinfektion der Nägel. Sie tritt häufig auf und betrifft besonders Menschen, die regelmässig Sportarten wie Tennis oder Fussball betreiben, ältere Personen, Diabetiker sowie immunsupprimierte Patienten.
Die Prurigos sind eine Gruppe von akuten bis chronischen Hauterkrankungen, die durch starken Juckreiz und charakteristische, juckende Papeln, Knoten oder unterschiedlich schwere Kratzspuren gekennzeichnet sind. Sie treten überwiegend bei Erwachsenen auf und haben entweder klare Ursachen und Auslöser (z. B. Insektenstiche oder Parasiten wie Flöhe, Läuse, Milben) oder sind häufig multifaktoriell bedingt (z. B. atopische Erkrankungen, andere juckende Hauterkrankungen, medikamentöse, infektiöse, psychosomatische oder neurologische Erkrankungen; systemische Erkrankungen wie Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, Tumorerkrankungen).
Die PDT ist eine minimal-invasive Therapie für präkanzeröse Hautveränderungen, oberflächlichen Hautkrebs und aktinische Keratosen. Sie kombiniert einen lichtsensibilisierenden Wirkstoff mit Licht, um gezielt abnorme Hautzellen zu zerstören.
Die Psoriasis (auch Schuppenflechte genannt) ist eine der häufigsten Erkrankungen und betrifft ca. 1,5 % der Bevölkerung in Europa. Psoriasis tritt tendenziell häufiger mit zunehmendem Alter und in Ländern mit hohem Einkommen auf. Die Mechanismen der Psoriasis sind vielfältig und komplex. Eine genetische Veranlagung und Umweltfaktoren (wie Infektionen, Stress) können eine übersteigerte Immunreaktion auslösen, was zu einer schnellen Zellerneuerung der Haut führt. Dadurch entstehen schuppige, gerötete und entzündete Hautstellen.
Die periorale Dermatitis ist eine häufige entzündliche Hauterkrankung im Mund-, Nasen- oder Augenbereich. Eine rasche Diagnose und das Absetzen auslösender Faktoren sind entscheidend, obschon die Behandlung weiherhin eine grosse Herausforderung darstellt.
Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte)Diese Erkrankung tritt überwiegend bei jungen Erwachsenen auf und wird durch Hefepilze der Gattung Malassezia verursacht. Diese Pilze sind normale Hautbewohner (Kommensalen) und befinden sich in den Haarfollikeln der Talgdrüsen (pilosebaceösen Follikeln). Das bedeutet, dass sie natürlicherweise auf unserer Haut vorkommen, insbesondere in den Haarfollikeln. Unter bestimmten Bedingungen, die ihr Wachstum begünstigen – etwa Wärme und starkes Schwitzen –, können sie sich jedoch übermässig vermehren und eine Hauterkrankung verursachen.
Rosazea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, meist des Gesichts, die in der Regel im Erwachsenenalter auftritt. Früherkennung und gezielte Therapie sind entscheidend, um Progression und Komplikationen zu verhindern.
Syphilis (Lues)Syphilis – auch Lues genannt – ist eine durch das Bakterium Treponema pallidum verursachte, sexuell übertragbare Infektion. Unbehandelt verläuft die Erkrankung in mehreren Stadien: Unbehandelt verläuft die Erkrankung in mehreren Stadien: Primärstadium: Nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich drei Wochen bildet sich an der Eintrittsstelle (z. B. Genitalregion, Mund oder After) ein schmerzloses Geschwür, oft begleitet von schmerzlosen Lymphknotenschwellungen. Sekundärstadium: Wochen bis Monate später können Hautausschläge, Schleimhautveränderungen, Fieber und Allgemeinsymptome auftreten. Latentes und tertiäres Stadium: Bleibt die Infektion unbehandelt, kann sie nach Jahren Organe wie Herz, Gehirn, Nerven oder Augen schädigen. Frühe Diagnose und Therapie sind entscheidend, um Spätfolgen zu vermeiden.
Scabies (Krätze)Scabies, umgangssprachlich Krätze, ist eine ansteckende Hauterkrankung, die durch die Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei var. hominis) verursacht wird. Die Milben graben winzige Gänge in die oberste Hautschicht, legen dort Eier ab und rufen eine ausgeprägte allergische Reaktion hervor. Typische Symptome sind starker Juckreiz – besonders nachts –, feine, gerötete Gänge oder Knötchen, häufig in Fingerzwischenräumen, an Handgelenken, Achseln, Genitalregion oder am Bauch. Die Übertragung erfolgt überwiegend durch engen Hautkontakt, selten über Kleidung oder Bettwäsche.
Die seborrhoische Dermatitis ist eine chronisch-rezidivierende, entzündliche Hauterkrankung mit hoher Prävalenz. Sie betrifft vor allem talgdrüsenreiche Hautareale. Aufgrund ihres häufigen Auftretens und der oft chronischen Verlaufsform ist sie für die hausärztliche Praxis von besonderer Relevanz.
Unter Tinea versteht man eine Hautinfektion mit einem Dermatophytenpilz (Ringelflechte). Je nachdem, welches Körperteil betroffen ist, erhält er einen bestimmten Namen. Deshalb nennt man Infektionen der Fusssohlen Tinea pedis, der Nägel Tinea unquinum (siehe Onychomykose), der Genitalfalten (Tinea cruris, siehe auch Intentrigo) oder der Körperhaut (Tinea corporis). Tinea der Haare (Tinea capitis) und des Gesichts (Tinea faciei) passieren auch, aber nicht so häufig. Die häufigsten Dermatophyten, die Tinea verursachen, gehören zu den Komplexen (Gruppen) von T. rubrum und T. mentagrophytes. Ersteres kann von Mensch zu Mensch übertragen werden, letzteres wird meist durch den Kontakt mit Tieren übertragen. Im letzten Jahrzehnt ist jedoch eine neue Dermatophytenart namens Trichophyton indotineae aufgetaucht, die ausgedehnte Hautinfektionen verursacht und manchmal gegen die gängigen Antimykotika resistent ist.
Die Urtikaria (Nesselsucht) ist eine häufige Hauterkrankung mit plötzlich auftretenden, juckenden Quaddeln und oberflächlichen Schwellungen der Haut. Man unterscheidet eine akute (weniger als 6 Wochen) und eine chronische Form (länger als 6 Wochen). Eine rasche, leitliniengerechte Therapie verbessert den Juckreiz, die klinische Zeichen und die Lebensqualität deutlich. Neben Quaddeln können auch Angioödeme auftreten.
Warzen (Verrucae vulgares) sind gutartige Hautveränderungen, die durch humane Papillomviren (HPV) verursacht werden. Typisch erscheinen sie als kleine, raue Knoten mit einer unregelmässigen, manchmal punktierten Oberfläche. Besonders häufig treten sie an Händen und Füßen auf. Die Ansteckung erfolgt über winzige Hautverletzungen, entweder durch direkten Hautkontakt oder indirekt, zum Beispiel in Schwimmbädern oder Umkleiden.
Die Windeldermatitis ist eine häufige Hautentzündung im Windelbereich, meist bei Babys und Kleinkindern, aber auch bei inkontinenten Erwachsenen. Sie stellt eine irritative Hauterkrankung dar, verursacht durch Feuchtigkeit, Reibung und längeren Kontakt mit Urin und Stuhl. In manchen Fällen kann sie sich durch Sekundärinfektionen oder atypische Befunde komplizieren. Klinisch stehen Rötung, Brennen/Schmerz und Juckreiz im Vordergrund.