Prurigo nodularis sowie andere Prurigo Formen
Die Prurigos sind eine Gruppe von akuten bis chronischen Hauterkrankungen, die durch starken Juckreiz und charakteristische, juckende Papeln, Knoten oder unterschiedlich schwere Kratzspuren gekennzeichnet sind. Sie treten überwiegend bei Erwachsenen auf und haben entweder klare Ursachen und Auslöser (z. B. Insektenstiche oder Parasiten wie Flöhe, Läuse, Milben) oder sind häufig multifaktoriell bedingt (z. B. atopische Erkrankungen, andere juckende Hauterkrankungen, medikamentöse, infektiöse, psychosomatische oder neurologische Erkrankungen; systemische Erkrankungen wie Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, Tumorerkrankungen).
Kennzeichnend sind dichte, knotige Hautläsionen, die durch intensives Kratzen verstärkt werden. Die Knoten können schuppig, entzündet oder verkrustet sein und zystische Veränderungen aufweisen.
Risikofaktoren für die Entstehung oder Verschlechterung der Erkrankung sind chronischer Juckreiz, atopische Dermatitis, psychischer Stress sowie das Vorliegen von systemischen Erkrankungen.
Es treten stark juckende, knotige Läsionen auf, begleitet von Schuppung, Krustenbildung und Entzündung, die durch wiederholtes Kratzen verstärkt werden.
Warnzeichen: Bei einer plötzlichen Verschlechterung des Hautbefundes, dem Auftreten von Schmerzen oder Fieber sollte an eine sekundäre Infektion oder eine schwerwiegende Erkrankung gedacht werden. Prurigo nodularis kann auch ein Hinweis auf Diabetes, Nierenerkrankungen oder eine bläschenbildende Erkrankung in einer prämonitorischen Phase (z. B. bullöses Pemphigoid) sein. Zudem kann Anämie oder Schilddrüsenerkrankung ebenfalls als zugrunde liegende Ursache in Betracht gezogen werden. Diesbezüglich ist eine ärztliche Abklärung erforderlich, um eine systemische Ursache auszuschliessen.
Die Diagnose erfolgt meist klinisch, wobei gegebenenfalls der Ausschluss systemischer Erkrankungen notwendig ist. Für die topische Therapie kommen Kortikosteroide oder Calcineurininhibitoren (z. B. Tacrolimus) zum Einsatz. Bei Bedarf wird eine systemische Therapie mit oralen Antihistaminika und Immunsuppressiva (z. B. Methotrexat) durchgeführt. Für chronische, therapieresistente Fälle kann eine Phototherapie erwogen werden. Bei schweren Verläufen kommen Biologika wie Dupilumab oder andere monoklonale Antikörper zum Einsatz. Allgemeinmassnahmen umfassen die Juckreizreduktion, Hautpflege und die Behandlung von Grunderkrankungen.
Eine leitliniengerechte, individuelle Therapie reduziert nicht nur den Juckreiz und die Hautveränderungen, sondern verbessert auch die Lebensqualität der Patient:innen und erleichtert die Verlaufskontrolle. Besonders bei schwer behandelbaren Fällen, die den Einsatz von Biologika erfordern, profitieren Zuweiser von klaren Therapieoptionen.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Prurigo nodularis auch als Hinweis auf systemische Erkrankungen wie Diabetes, Nierenerkrankungen oder bläschenbildende Hauterkrankungen (z. B. bullöses Pemphigoid) dienen kann. Daher ist eine frühzeitige und gründliche Abklärung entscheidend, um zugrunde liegende Ursachen zu identifizieren und die bestmögliche Therapie einzuleiten.
Prurigo nodularis erfordert massgeschneiderte, stufenweise Therapie. Schwere oder persistierende Fälle sollten an eine dermatologische Fachambulanz überwiesen werden, um moderne Therapieoptionen wie Biologika zu nutzen.