Tinea
Unter Tinea versteht man eine Hautinfektion mit einem Dermatophytenpilz (Ringelflechte). Je nachdem, welches Körperteil betroffen ist, erhält er einen bestimmten Namen. Deshalb nennt man Infektionen der Fusssohlen Tinea pedis, der Nägel Tinea unquinum (siehe Onychomykose), der Genitalfalten (Tinea cruris, siehe auch Intentrigo) oder der Körperhaut (Tinea corporis). Tinea der Haare (Tinea capitis) und des Gesichts (Tinea faciei) passieren auch, aber nicht so häufig.
Die häufigsten Dermatophyten, die Tinea verursachen, gehören zu den Komplexen (Gruppen) von T. rubrum und T. mentagrophytes. Ersteres kann von Mensch zu Mensch übertragen werden, letzteres wird meist durch den Kontakt mit Tieren übertragen. Im letzten Jahrzehnt ist jedoch eine neue Dermatophytenart namens Trichophyton indotineae aufgetaucht, die ausgedehnte Hautinfektionen verursacht und manchmal gegen die gängigen Antimykotika resistent ist.
Die Tinea-Läsionen zeigen sich meist in Form roter, manchmal juckender, runder Plaques auf der betroffenen Stelle mit einem charakteristischen Schuppenkragen. Bei vorheriger Anwendung kortisonhaltiger Cremes kann es zu einer völligen Veränderung des Erscheinungsbildes der Läsionen (Tinea incognita) mit atypischem Erscheinungsbild kommen, was zu Verwirrung bei der Diagnose führen könnte.
Um die Diagnose von Tinea zu bestätigen, müssen wir eine Probe (Hautabschabsel) entnehmen, sie unter dem Mikroskop untersuchen, um die Pilzhyphen zu finden, sie in speziellen Medien kultivieren, um den verantwortlichen Dermatophyten zu isolieren. Ausserdem eine PCR verwenden könnte, um das Vorhandensein dermatophytischer DNA in den Hautschuppen zu identifizieren.
Die Therapie isolierter Läsionen am Körper erfolgt üblicherweise mit Cremes, die Terbinafin oder ein Azol-Antimykotikum enthalten. Die Creme wird je nach klinischem Ansprechen 14 bis 21 Tage lang zweimal täglich aufgetragen. Bei grösseren Läsionen kann eine systemische Therapie mit den oben genannten Arzneimitteln erforderlich sein.