Pityriasis versicolor
Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte)Diese Erkrankung tritt überwiegend bei jungen Erwachsenen auf und wird durch Hefepilze der Gattung Malassezia verursacht. Diese Pilze sind normale Hautbewohner (Kommensalen) und befinden sich in den Haarfollikeln der Talgdrüsen (pilosebaceösen Follikeln). Das bedeutet, dass sie natürlicherweise auf unserer Haut vorkommen, insbesondere in den Haarfollikeln. Unter bestimmten Bedingungen, die ihr Wachstum begünstigen – etwa Wärme und starkes Schwitzen –, können sie sich jedoch übermässig vermehren und eine Hauterkrankung verursachen.
Aus diesem Grund ist die Pityriasis versicolor in gemässigten Klimazonen häufig und in tropischen Regionen noch häufiger anzutreffen. Warum diese Hefepilze bei bestimmten Personen Hautveränderungen hervorrufen, ist nicht vollständig geklärt. Abgesehen von der typischen Veränderung der Hautfarbe sind jedoch keine weiteren Hautprobleme bekannt. Ausserdem ist die Erkrankung nicht ansteckend, auch nicht bei engem Körperkontakt, beispielsweise zwischen Partnern.
Die Hautveränderungen treten vor allem am Rumpf und an den Oberarmen auf. Bei heller Haut zeigen sich hellbraune oder manchmal rötliche Flecken (Makulae) mit feiner Schuppung. Bei dunkler Haut erscheinen sie hingegen als hypopigmentierte (hellere) Flecken. Der Pigmentverlust wird auf die Produktion von Azelainsäure durch die Hefepilze zurückgeführt, welche das Enzym Tyrosinase hemmt und dadurch die Melaninbildung stört.
Die Diagnose kann durch mikroskopische Untersuchung von Hautabschabungen bestätigt werden. Unter dem Mikroskop sind dann charakteristische Sporen und kurze, dicke Hyphen sichtbar – ein typisches Bild, das als „Spaghetti und Fleischbällchen“ bezeichnet wird. In der Praxis wird die Diagnose jedoch meist klinisch gestellt, da das Erscheinungsbild sehr typisch ist und erfahrene Dermatologen sie leicht erkennen können.
Eine einfache Behandlung besteht in der Anwendung von Selensulfid in Form eines Shampoos (z. B. Selsun), das während des Duschens einige Minuten auf der Haut verbleibt. Damit lässt sich der Erreger in der Regel innerhalb von 2–3 Wochen beseitigen. Auch topische Imidazol-Antimykotika (z. B. Clotrimazol), Ketoconazol-Shampoo oder Terbinafin-Creme sind wirksam gegen Malassezia-Arten. Alternativ kann eine systemische Therapie mit Itraconazol (200 mg täglich für 7 Tage) durchgeführt werden. Da Pityriasis versicolor häufig rezidiviert, muss die Behandlung mitunter wiederholt werden. Die hellen Hautstellen können längere Zeit bestehen bleiben, bis sich das normale Hautpigment regeneriert hat – dies bedeutet keinen Therapieversager, sondern ist Teil des natürlichen Heilungsprozesses.