Dellwarzen oder Mollusken (Molluscum contagiosum)
Dellwarzen sind gutartige, durch Poxviren verursachte Hautläsionen, die im Kindesalter sehr häufig auftreten. In der Praxis besteht das Ziel in der Regel darin, Eltern zu beruhigen, eine Verbreitung zu verhindern und – wenn nötig – eine gezielte Behandlung durchzuführen, um Juckreiz, Entzündung und familiäre Übertragung zu reduzieren.
Bei immunkompetenten Kindern zeigen sich perlenartige, zentral eingedellte Papeln, meist am Rumpf, an den Extremitäten oder in Hautfalten. Eine atopische Diathese mit Hauttrockenheit begünstigt die Ausbreitung durch Kratzen sowie eine perilesionale Entzündung (Ekzematisierung).
Die Erkrankung heilt in der Regel innerhalb von 6 bis 18 Monaten spontan ab, kann aber in Schüben auftreten. Eine Behandlung ist nicht immer erforderlich. Im Vordergrund stehen Aufklärung (z. B. Kratzen vermeiden, Läsionen beim Schwimmen abdecken), Hautpflege und Kontrolle eines begleitenden Ekzems. Eine Therapie wird empfohlen bei funktioneller oder psychosozialer Beeinträchtigung, bei empfindlicher Lokalisation (Gesicht, Augenlider, Genitalbereich), starkem Juckreiz oder Immunschwäche.
Therapeutische Optionen in der Sprechstunde umfassen das selektive Kürettieren sowie – bei älteren Kindern – Kryotherapie oder keratolytische bzw. irritative topische Präparate in kurzen Behandlungszyklen. Schmerzen während der Behandlung sollten vorgebeugt werden (lokale Anästhesie, schrittweises Vorgehen, altersgerechte Unterstützung).
Die Diagnose wird klinisch gestellt. Indikationen sind multiple Läsionen mit Juckreiz oder Ekzematisierung, empfindliche Lokalisation, ausgeprägte soziale Beeinträchtigung, Immunschwäche oder diagnostische Unsicherheit.
Typische zentral eingedellte Papeln; perilesionales Ekzem mit Entzündung; Dellwarzen in der Nähe des Auges können sher selten eine Augenbeteiligung mit Konjunktivitis oder Keratitis, grosse, ulzerierte oder diffuse Läsionen bei immunsupprimierten Patientinnen und Patienten; Differenzialdiagnosen: plane Warzen, Milien, Syringome.
Klinische Diagnose. Dermatoskopie (Auflichtmikroskopie) bei Bedarf; Bedeutung der guten Rückfettung der Haut mit speziellen Cremes, Behandlung des Ekzems; selektives Kürettieren, Kryotherapie, Anwendung von keratolytischen oder irritativen topischen Präparate; selten multidisziplinäre Betreuung mit Augenärzten falls Augenbeteiligung.
Aufklärung über die Gutartigkeit der Wucherungen. Gezielte Behandlung der relevanten Läsionen, individuelle Beratung zur Prävention, spezialisierte dermatologische Beurteilung und abgestimmte ambulante Therapie.
Die meisten Fälle heilen spontan ab. Eine spezialisierte Beurteilung ist sinnvoll bei persistierenden, empfindlichen oder atypischen Formen.