Lichtdermatosen (Photodermatosen) – Polymorphe Lichtdermatose

Lichtdermatosen sind besondere Erkrankungen der Haut, die durch ultraviolette oder sichtbare Sonnenstrahlung ausgelöst oder verschlimmert werden. Das Spektrum der Lichtdermatosen ist vielfältig: von akuten (und leider zu häufigen) Sonnenbränden bis zu speziellen Formen der Sonnenallergien (polymorphe Lichtdermatose) sowie seltenen Krankheitsbildern wie Porphyrien, die schwere Lichtempfindlichkeiten verursachen können.

Typisch ist das wiederholte Auftreten juckender Hautveränderungen Stunden bis Tage nach der ersten intensiveren Sonnenexposition im Frühjahr oder während den Ferien. Die Hautläsionen zeigen ein polymorphes (vielgestaltiges) Bild, gekennzeichnet durch Papeln, Plaques, Bläschen und Rötungen. Bevorzugt betroffen sind lichtexponierte Areale wie das Dekolleté, die Schultern, die Streckseiten der Arme und das Gesicht. Im Verlauf der Saison kann eine Gewöhnung an das UV-Licht stattfinden, wodurch die Symptome nachlassen.

Die Diagnose wird meist klinisch aufgrund der Anamnese und des Erscheinungsbildes gestellt. Eine Lichtprovokation mit UVA- und UVB- Strahlung kann zur Bestätigung erfolgen. Differentialdiagnostisch muss an andere Lichtdermatosen (z.B. photoallergische Reaktionen, Lupus erythematodes, Porphyrie) gedacht werden.

Die wichtigste Massnahme ist konsequenter Lichtschutz durch Meidung intensiver Sonneneinstrahlung, Tragen von Schutzkleidung und Anwendung von Sonnenschutzmitteln mit LSF 50+. Prophylaktisch kann eine Sonnengewöhnung (UV-Hardening) durch eine kontrollierte Belichtung in der Praxis die Lichttoleranz erhöhen. Eine symptomatische Therapie kann bei Bedarf mit Antihistaminika (Antiallergika) oder Cortison (intern oder extern) erfolgen.

Die Prognose ist insgesamt gut. Bei vielen Patienten verbessern sich die Symptome im Verlauf der Jahre oder verschwinden sogar vollständig.